In direkter Nähe zum Braunkohletagebau der Rheinischen Tiefebene gelegen, beschäftigt sich das Kunsthaus NRW nachhaltig mit dem Thema Tagebau aus künstlerischer Perspektive.
Das Leopold-Hoesch-Museum in Düren eröffnete am 12. Juni 2026 die Ausstellung »Performing Landscapes« (in Kooperation mit der HfG Karlsruhe). Sie vereint szenografische, dokumentarische und künstlerische Perspektiven auf unsere Umwelt, die im Boden befindlichen Rohstoffe und die Einflüsse der Arbeit in industriell geprägten Landschaften. Thematisch führt sie das 2019 begonnene Ausstellungsprojekt »Vom Leben in Industrielandschaften« fort.
Die Kunstmuseen rund um die Tagebauten begleiten mit Ausstellungen und Veranstaltungen den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Mehr zu den Aktivitäten der Museen wird Ende des Sommers bekannt gegeben.
Dokumentation der Ausstellungsgespräche
Mai bis Oktober 2023
Die viel beachtete Ausstellung »bildwiderstand. garzweiler in film und fotografie« schaute von den Klimaprotesten der Gegenwart (Hambacher Forst, Lützerath) zurück auf die Anfänge der Auseinandersetzung vor vierzig Jahren.
Parallel zur Ausstellung fanden von Mai bis Oktober 2023 Künstlergespräche statt: Kurator Dr. Marcel Schumacher diskutierte mit Künstlerinnen und Künstlern über 40 Jahre Rheinischen Tagebau und die Rolle von Bildern, um die Folgen unseres Handelns zu begreifen. Die Videomitschnitte wurden hier auf der Website des Kunsthaus NRW publiziert. Wir danken allen Beteiligten!
Videomitschnitte der Gespräche
Gabor Fekete
Fekete spielt Bachs Cellosuite N°2 in d-Moll in Erinnerung an das Konzert im Hambacher Forst am 30.04.2014 und erzählt, was Musik, Bäume und Polizeieinsätze miteinander zu tun haben.
Der Künstler und Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie Gregor Schneider erklärt in seinem Vortrag, warum sein künstlerisches Werk ohne den Tagebau vielleicht ein anderes wäre – ein erhellender Blick nicht nur auf sein berühmtes »Haus u r«.
Boor und Fährenkemper machen sich Gedanken – über monströse Schaufelbagger, die ersten Proteste zur Eröffnung des Tagebaus 1978 und über die beklemmende Abwesenheit vonVogelstimmen am Boden der Tagebaugrube.
Laurenz Berges und Marcel Schumacher diskutieren mit dem Publikum über »lost places« und die Kunst, ein Bild zu schaffen, dass mehr ist als journalistisches Tagesgeschäft.
Die Videokünstlerin Susanne Fasbender und der Fotojournalist Matthias Jung erzählen von Begegnungen mit Geisterdörfern und denken über den Wahn der kapitalistischen Wachstumswirtschaft nach.
Kilian Kuhlendahl und Jens Mühlhoffhaben einen Kinofilm über den 2018 im Hambacher Forst zu Tode gekommenen Freund und Kollegen Steffen Meyn gedreht. Zur Finissage stellten sie »Vergiss Meyn nicht«im Kunsthaus vor und erzählten vom Making Of.
Angetrieben von einer Faszination für Aktivismus und dem Glauben an eine bessere Gemeinschaft begibt sich der junge Filmstudent Steffen Meyn 2018 in den Hambacher Wald. Dort stellen sich Aktivist*innen der Rodung des Waldes […] entgegen. Rasch findet er durch seine offene, herzliche Art Anschluss in ihren Baumhäusern. Er begleitet die Protestaktion als Journalist mit seiner 360° Kamera und filmt die Räumungsversuche der Polizei live aus den Wipfeln. Bis es zur Tragödie kommt: Er stürzt in die Tiefe und verstirbt noch vor Ort. Seine Freund*innen haben aus Steffens hinterlassenen Aufnahmen diesen Dokumentarfilm geschaffen, der eine eindrucksvolle Studie von Aktivismus ist, bei dem der Einsatz des eigenen Körpers als letztes Mittel erscheint. (www.wfilm.de)